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Aus Glas wird Glas

Glas ist ein natürlicher Werkstoff. Er besteht im Wesentlichen aus Quarzsand, Soda, Kalk, Dolomit und Feldspat. Glas kann beliebig oft wieder eingeschmolzen werden, ohne dass Qualitätsverluste auftreten. Deshalb ist Altglas ein idealer Rohstoff für die Produktion von neuen Glasverpackungen für Getränke, Konserven oder Kosmetika.
 
Grünglas kann bis zu 100 Prozent aus Altglas hergestellt werden, Weissglas bis zu 60 Prozent und Braunglas bis zu 70 Prozent. Altglas ist zwar kaum billiger als die primären Rohstoffe zur Glasherstellung, aber das Einschmelzen der Glasscherben braucht rund 25 Prozent weniger Energie. Bevor das Altglas aus den Sammelcontainern geschmolzen werden kann, muss es von Fremdstoffen befreit und aufbereitet werden.
 
Heisse Temperaturen
In der Schmelzwanne wird das Altglas zusammen mit den neuen Rohstoffen bei Temperaturen bis zu 1580 Grad Celsius geschmolzen. Die glühende, zähflüssige Glasschmelze gelangt zuerst in die Vorform und anschliessend in die Fertigform, wo sie mit Druckluft zu gebrauchsfertigen Glasbehältern ausgeblasen wird. Greifarme stellen die leuchtend orange-gelben Flaschen auf ein Förderband. Nun wandern die Flaschen auf dem Förderband in den so genannten Kühlofen. Hier werden sie behutsam gekühlt und anschliessend mit einem speziellen Schutzspray überzogen, um sie vor Kratzern zu schützen und die Bruchfestigkeit zu erhöhen. Danach werden die Glasverpackungen mehrfach optisch, mechanisch und elektronisch auf Risse, Einschlüsse, Verformungen oder sonstige Fehler geprüft. Eine festgelegte Zahl wird zudem vor der Auslieferung im Labor mit physikalischen und chemischen Methoden noch genauer kontrolliert.
 
Glashütte Saint-Prex
In der Schweiz gibt es nur noch eine Glashütte, die Glasflaschen produziert. Der 1911 gegründete Betrieb in Saint-Prex, inmitten des Genfersee-Weingebiets, ist heute auf die Herstellung von Glasverpackungen in den Farben Grün, Olive, Feuille-morte (braungrün) und Cuvée (schwarzgrün) spezialisiert und fertigt vornehmlich Flaschen für inländische Wein-, Spirituosen- und Bierproduzenten. Im 24-Stunden-Betrieb werden pro Tag bis zu einer Million Flaschen produziert. Jede Flasche besteht zu 80 Prozent aus Altglas. Dieser Anteil liegt deutlich unter 100 Prozent, weil die Getränkeindustrie immer feiner abgestufte Farbtöne verlangt. Die Glashütte in Saint-Prex, die zur Vetropack-Gruppe gehört, verarbeitet jährlich über 80'000 Tonnen Scherben oder rund 26 Prozent des Schweizer Altglases.
 
Export in europäische Glashütten sinnvoll
Über 60 Prozent des Schweizer Altglases werden in Glaswerke im nahen Ausland exportiert. Da stellt sich die Frage, ob es ökologisch sinnvoller ist, das Altglas lokal zu versanden oder über weite Wege zu transportieren, um Neuglas herzustellen. Eine Ökobilanz kommt zu folgendem Resultat: Das Einschmelzen der Scherben zur Produktion von Neuglas ist bis zu einer Transportdistanz von 1700 km ökologisch sinnvoller als das Versanden. Bei den heute üblichen Transportdistanzen von unter 250 km bis zur Glashütte ist die Umweltbelastung durch das Einschmelzen rund 40 bis 50 Prozent geringer als bei der Verwertung durch Versanden – auch wenn Letzteres deutlich kürzere Transportwege bedeutet.
 
 
 
 
 
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